
Beispielbild EU-Kennzeichnung, erstellt von Chris828 auf wikipedia.org, gemeinfrei
Die Energieverbrauchskennzeichnung versorgt die Verbraucher mit Information zur Energieeffizienz von Konsum- und Investitionsgütern. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können eine Kaufentscheidung zu Gunsten von verbrauchsoptimierten und umweltfreundlichen Produkten beeinflussen. Die bereits seit Jahren bestehende Verpflichtung der Elektroindustrie, ihre Produkte mit dem EU-Energielabel auszuzeichnen, ist seit Jahresbeginn 2012 zusätzlich auf die Automobilindustrie ausgeweitet worden. Die angewandte Klassifizierungsmethode ist dabei jedoch umstritten, da die Bewertung u. a. vom Fahrzeuggewicht abhängig ist und schwereren Fahrzeugen ein höherer Verbrauch und damit auch stärkere Emissionen erlaubt werden.
Beim EU-Energielabel werden alle erfassten Geräte in Energieeffizienzklassen eingeordnet, die seit 2010 von A+++ für erstklassige Werte bis G für sehr schlechte Effizienz reichen. Das Energielabel muss auf jedem Produkt gut lesbar angebracht sein und erlaubt dem Konsumenten so eine schnelle Orientierung zur Umweltfreundlichkeit des betreffenden Gerätes. Obwohl diese Kennzeichnung eine Entscheidungshilfe beim Kauf neuer Geräte sein kann, sind die Grundlagen für die Klassifizierung nicht mehr zeitgemäß, da sich die Technik seit der Einführung 1994 ständig weiterentwickelt hat. Zwar wurden die Effizienzklassen, die zu Beginn nur von A – G reichten und keine weitere Unterteilung besaßen, im Laufe der Jahre weiter differenziert, aber der Eindruck, dass ein mit der Effizienzklasse A ausgezeichnetes Produkt kaum noch Verbesserungen zulässt, ist trügerisch und kann zur Verwirrung beim Verbraucher führen. Die Hersteller werden durch diese Art der Klassifizierung nur wenig zur Verbrauchsoptimierung ihrer Produkte angeregt. Deshalb wurde von Umweltschutzorganisationen ein modifiziertes Model entwickelt, das die 25 besten Geräte eines Typs mit einem besonderen Label auszeichnet, das einen „guten Standard“ bescheinigt. Daraus könnte ein verstärkter Wettbewerb entstehen, der zu weiteren Erfolgen bei der Einsparung von Energie und Ressourcen führen könnte, da jeder Hersteller bestrebt sein wird, seine Produkte in die Liste der Top 25 zu bringen.
